Medizin im Mühlenviertel

Plastische und Ästhetische Chirurgie

Prof. Dr. med. Christian Herold

Lipödem Behandlung in Bremen

Prof. Dr. med. Christian Herold

Lipödem

Für die pathologische Fettansammlung bei einem Lipödem sind nicht ein Bewegungsmangel oder eine falsche Ernährung ursächlich. Das Lipödem ist wahrscheinlich genetisch bedingt und betrifft nahezu nur Frauen. Es gibt Daten, die vermuten lassen, dass alleine in Deutschland über 2 Millionen Menschen ein Lipödem haben. Typisch ist eine überproportionale Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit an Ober- und Unterschenkel, aber teilweise auch an den Armen. Das Lipödem lässt sich durch Diät und Sport nicht beeinflussen. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnosestellung erfolgt durch Befragung der Patientinnen und körperliche Untersuchung durch den erfahrenen Arzt. Neben dem veränderten Fettgewebe finden sich häufig Schmerzen bei Berührung und eine Neigung zu Blutergüssen.

Stadium 1: Fettdepots an den seitlichen Oberschenkeln (Reiterhosenbildung), die Haut ist dabei aber noch glatt und gleichmäßig. Das Fettgewebe fühlt sich leicht verdickt an.

Stadium 2: Ausgeprägte Reiterhosen. Grobknotige Hautoberfläche mit großen Dellen und Konturstörungen. Das Unterhautfettgewebe ist deutlich verdickt.

Stadium 3: Ausgeprägte Unterleibsvermehrung und Verformung des Fettgewebes der Beine. Das Unterhautgewebe ist sehr stark verdickt und auch verhärtet. Fettlappen bilden sich an den Oberschenkeln und oberhalb von Knien und Knöcheln.

Fettabsaugung

Trotz sportlicher Aktivitäten oder Diäten gibt es häufig Fettdepots, welche nicht ausreichend auf eine Gewichtsreduktion ansprechen oder anlagebedingt vorliegen.

Bauchstraffung

Nach Schwangerschaften oder Gewichtsschwankungen kann es zu einer Erschlaffung der Bauchhaut kommen.

Welche Ärzte sollten Lipödem-Patientinnen konsultieren?

Eine Untersuchung durch einen Phlebologen, Angiologen oder Lymphologen ist hier der erste Schritt. Es kann eine Ultraschalluntersuchung des Unterhautfettgewebes und der Gefäße erfolgen. Eine Erkrankung der Lymphbahnen (insbesondere ein Lymphödem) sollte ausgeschlossen werden.

Liposuktion bei Lipödem: eine Kassenleistung?

Nachdem bis vor kurzem lediglich in seltenen Einzelfällen eine Kostenübernahme der Krankenkassen vorkam, können in schweren Fällen des Lipödems ab Januar 2020 befristet die Kosten für die Fettabsaugung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Grundsätzlich gilt aber, dass ein operatives Fettabsaugen des Lipödems im Stadium III erst dann durchgeführt werden kann, wenn zuvor eine konservative Therapie nicht zur Linderung der Beschwerden geführt hat. Diese muss mindestens sechs Monate lang durchgeführt worden sein und kann zum Beispiel Lymphdrainage, Kompression, Bewegungstherapie umfassen.

Prof. Herold hat nicht die Möglichkeit, operative Therapie des Lipödems (Lipodekompression= Fettabsaugung)  über die gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Daher können nur privatversicherte Patientinnen die Rechnung bei Ihrer Versicherung einreichen. In allen übrigen Fällen muss die Operation als Selbstzahlerleistung erfolgen.

Behandlung

Die konservative Therapie wie Lymphdrainage kann zur Verbesserung der Beschwerden beitragen, allerdings ist nach bisherigem Wissensstand eine echte Reduktion des krankhaften Fettgewebes nur durch die Liposuktion (Fettabsaugung) zu erreichen.

Lipödem und Operation

Leider erzielen die manuellen Lymphdrainagen zur Behandlung des Lipödems bei den meisten Lipödempatientinnen langfristig keinen Erfolg. Hinzu kommt, dass die betroffenen Beine meist extrem berührungs- und druckempfindlich sind. Die Patientinnen leiden somit nicht nur unter ihrem Gewicht, sondern auch unter Schmerzen, welche das Lipödem mit sich bringt. Das veränderte Fettgewebe kann am besten durch eine Liposuktion reduziert werden.

Liposuktion beim Lipödem

Am Operationstag werden die Absaugareale eingezeichnet. Hier werden die Beschwerden der Patienten beachtet, wo am dringlichsten das Fettgewebe entlastet werden soll. Bei der Operation sollten die Lymphbahnen möglichst geschont werden. Der körperliche Allgemeinzustand, das Alter, das Körpergewicht usw. sind bei der Planung der Absaugmenge zu beachten. Zu der Operation sollten Sie idealerweise mit zuvor angepasster Kompressionswäsche, welche dann direkt nach der Liposuktion im OP-Saal angezogen wird, kommen. Je nach Ausprägung des Befundes und der Region ist die Operation mit örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) oder Vollnarkose möglich. Bei einer kleinen Absaugmenge kann ambulant abgesaugt werden, meistens ist eine Überwachung über Nacht notwendig, um maximale Sicherheit zu garantieren.

Nach der Operation

Wenn Sie die Praxis oder das Krankenhaus verlassen, sollten Sie auf jeden Fall von einer Begleitperson abgeholt werden. Die ersten Tage ist von langem Stehen abzuraten, da die Beine sonst anschwellen. Hochlagern und Kühlen der Beine oder Arme sowie abschwellende Medikamente sind sinnvoll.

Lymphdrainage nach der Operation

Die manuelle Lymphdrainage ist nach der Operation eine empfehlenswerte Ergänzung, sobald diese für die Patienten gut auszuhalten ist.

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